Ein Urgestein hört auf


Ein Urgestein hört auf

Es war einmal … vor über 30 Jahren, da gab der Polizeichor Marburg unter seinem damaligen Dirigenten Heinz Pontow ein Konzert in der ausverkauften Marburger Stadthalle. Einer der Besucher war Ottmar Schmitt.

Als Höhepunkt des Abends stand Otto Grolls temperamentvolles „Balkanfeuer“ mit dem unvergesslichen Burghard Pontow als Solist und dem tollen Pianisten Heinz Honig am Klavier auf dem Programm. Das Stück ging ab wie ein Zäpfchen – mehr als 60 Polizeisänger brachten den Saal zum Toben. Genau in diesem Moment beschloss Ottmar: Da will ich mitsingen!

Und so kam es, dass Ottmar Schmitt seit September 1988 bei uns im 1. Bass seine Stimme einbringt.

Heinz Pontow wies ihm damals einen Platz in der 3. Reihe neben mir zu. Da stand er nun, bis seine Frau Maria bei einem Auftritt in Höchstadt an der Aisch feststelle, dass er dort wie ein „Knäulchen“ aussieht. Danach arbeitete sich Ottmar hoch in die erste Reihe. Und da stand er und stand er und stand er bis zum 8. Juni 2019. Bei unserem Konzert in Kassen verkündete er:

„Ich bin jetzt mit Gottes Hilfe 90 Jahre alt geworden und sehe meine Grenzen. Daher beende ich mit diesem Konzert meine aktive Sängerschaft und werde in Zukunft den Chor als förderndes Mitglied unterstützen“.

Schade für den Chor – aber gut für Dich, lieber Ottmar.

Du wirst uns sehr fehlen: mit Deiner Stimme aber auch mit deinem Humor. Da wo Du warst, war immer Stimmung. Mit Heinz Erhardt kanntest Du dich bestens aus und mit Zitate aus „Anatevka“ hast Du uns immer wieder überrascht. Deine Witze, deren Pointe Du immer wiederholtest, waren stets gern gehört. War der Witz deiner Meinung nicht stubenrein (war er übrigens aber immer!), fragtest Du stets besorgt: „Das kann man doch erzählen?“. Auch die Bemerkung „Wenn das meine Maria sehen könnte“, wird uns stets in Erinnerung bleiben.

Mit dem Konzert der „Don Kosaken“ hast Du dir und uns ein unvergessliches Geschenk gemacht.

In diesem Sinne wünschen wir Dir alles Gute und spätestens beim Weihnachtskonzert am 1. Dezember 2019 in „St. Peter und Paul“ sehen wir uns wieder: wir als Sänger und Du als Zuhörer!

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